Die Überwindung, nicht mehr zu reagieren
- Simone Kunze
- vor 12 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Wie bewusstes NICHT-Reagieren zur stärksten Grenze wurde, die ich je gesetzt habe.

Lange Zeit dachte ich, ich müsste immer sofort reagieren.
Ich müsste mich erklären, rechtfertigen, verfügbar sein.
Ich habe nie unterschieden zwischen:
Wo ist eine Antwort wirklich nötig?
Und wo ist es einfach nur altes Muster, Angst oder Gewohnheit?
Wenn ich WhatsApp-Nachrichten von meinem Ex bekommen habe, habe ich automatisch geantwortet. Sofort. Damit habe ich ihm einen Raum geöffnet, den er genutzt hat:
für Diskussionen
für Druck
für Interpretationen
für emotionale Kontrolle
Und unser Sohn wurde dabei häufig als Mittel genutzt, um Kontakt, Druck oder Diskussionen zu erzeugen.
Anhand meiner Reaktionen konnte er mich lesen:
Wie geht es ihr?
Bin ich gerade angreifbar?
Ist sie weich?
Kann ich sie bewegen?
Ich war durchschaubar, weil ich reaktiv war.
Die ersten Schritte in die Ruhe
Ich habe irgendwann aufgehört, auf Nachrichten zu antworten, die keine Antwort brauchen. Und das hat etwas Entscheidendes verändert:
✨ Ich wurde unantastbar.
✨ Ich wurde ruhiger.
✨ Ich wurde klarer.
✨ Ich habe ihm die Bühne entzogen – ohne Kampf.
Am Anfang war es ungewohnt. Dieses bewusste NICHT-Reagieren fühlte sich erst falsch an. Ich hatte Angst, „nichts zu tun“ sei gefährlich. Dass ich etwas verpasse. Dass ich schuldig bin, wenn ich nicht reagiere.
Doch, als ich durch diese Angst hindurchgegangen bin, wurde es plötzlich leicht. Sehr leicht.
„No Contact“ mit Kindern? Unmöglich – aber etwas anderes ist möglich
Viele Coaches raten zum „No Contact“. Das funktioniert nicht, wenn man ein Kind zusammen hat.
Aber:
👉 Wir können lernen, den Kontakt auf das absolut Notwendige zu reduzieren.
👉 Wir können lernen, nicht mehr reaktiv zu sein.
👉 Wir können lernen, nur dort zu antworten, wo es wirklich Sinn macht.
Bewusstes NICHT-Reagieren ist keine Schwäche. Es ist eine Form von Klarheit und Selbstführung.
Warum bewusstes NICHT-Reagieren wirkt
Diese Zurücknahme verunsichert Menschen, die Kontrolle über Reaktionen suchen.
Sie verlieren ihre Orientierung. Sie finden keinen Einstiegspunkt mehr.
Kein Drama.
Keine Emotion.
Kein Gegenspiel.
Manchmal reagieren sie dann impulsiv, um uns aus der Reserve zu locken. Aber wenn wir auch dann nicht aufspringen, entziehen wir ihnen endgültig den Nährboden.
Es ist, als würde man einen Stecker ziehen.
Ein kleiner Rat
Prüft in Ruhe: Muss ich WIRKLICH reagieren?
Natürlich gibt es Situationen, die eine Antwort erfordern Aber in 90 % aller Fälle ist keine sofortige Reaktion nötig –und oft ist gar keine nötig. Lasst euch Zeit.
Schaut euch die Situation an.
Atmet.
Und fragt euch:
✨ Dient eine Antwort mir – oder nur dem alten Muster?
✨ Oder darf ich einfach in meiner Ruhe bleiben?



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