Wünschen – und das gefährliche Kleingedruckte
- Simone Kunze
- 28. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Wie unsere Glaubenssätze unsere Manifestationen sabotieren – ohne dass wir es merken
Als das Buch „Bestellungen ans Universum“ damals herauskam, habe ich es verschlungen. Ich war begeistert von der Idee, dass ich mir mein Leben wünschen kann – und das Universum liefert. Also habe ich gewünscht. Immer und immer wieder.
Ich habe mir ein Haus gewünscht, eine Familie, Kinder im Garten – und einen Mann an meiner Seite. Ich dachte, nur so sei das „echte Glück“ vollständig.
Ich bekam meinen Wunsch. Doch das Kleingedruckte übersah ich.
Ja – ich bekam ein Haus. Ich bekam Kinder. Und ich bekam einen Mann.
Aber ich bekam dazu: permanente Existenzangst. Abhängigkeit. Kontrollverlust. Verlust meiner Selbst.
Denn ich habe damals nicht aus Freiheit gewünscht, sondern aus einem tiefen, unbewussten Glaubenssatz heraus:
Als Frau brauchst du einen Mann, um etwas zu erreichen.
Als Frau kannst du alleine kein Zuhause erschaffen.
Als Frau bist du nur vollständig, wenn du gewählt wirst.
Mit genau diesem Glaubenssatz bin ich aufgewachsen. Er wurde nie ausgesprochen – aber er war überall spürbar. In der Familie. In der Gesellschaft. In der Art, wie über Frauen gesprochen wurde. Wie Frauen über sich selbst sprachen.
Und ich weiß: Ich bin nicht die Einzige.
Dieser Glaubenssatz hat sich über Generationen eingebrannt – wie ein unsichtbares Gesetz.
Die große Illusion: Wir wünschen uns den Mann – und nicht uns selbst
Ich habe mir nicht das Haus für mich gewünscht.
Ich habe es mir mit einem Mann gewünscht – weil ich glaubte, dass ich alleine nicht dazu fähig bin.
Ich habe die Verantwortung für mein Lebensglück abgegeben. Nicht bewusst. Nicht freiwillig. Sondern, weil ich gar nicht auf die Idee kam, dass ICH SELBST die Schöpferin meines Lebens sein könnte – ohne Mann. Einfach, weil ich existiere. Weil ich genug bin.
Und genau dieses Denken ist keine persönliche Schwäche – es ist ein kollektives Muster.
Doch heute kann ich ganz klar sagen:
Ich bin ohne Partner freier, stärker und sicherer als jemals zuvor.
Nicht, weil ich reich bin oder alles perfekt läuft – sondern weil ich in meinem Leben innerlich frei bin.
Ich habe begriffen:
Fülle entsteht nicht durch den richtigen Mann.
Fülle entsteht, wenn du aufhörst, dich selbst zu begrenzen.
Mein Sohn ist ruhiger geworden. Ich selbst bin klarer, entspannter, präsenter. Weil der Kampf vorbei ist – der Kampf, jemand sein zu müssen, um geliebt und versorgt zu werden.
Mein Impuls für dich:
Frage dich ehrlich – nicht im Verstand, sondern im Gefühl:
Glaube ich, dass ich alleine etwas erschaffen kann?
Oder glaube ich (immer noch), dass ich jemanden brauche, der mich „komplett“ macht?
Wünsche ich mir einen Mann – oder wünsche ich mir Sicherheit, Liebe und Anerkennung, die ich mir selbst (noch) nicht geben kann?
Wenn du den Mut hast hinzuschauen, beginnt Freiheit.
Denn ein Glaubenssatz verliert seine Macht in dem Moment, in dem du ihn erkennst.
Manifestation funktioniert – aber nur, wenn du dich selbst mitmanifestierst.
Nicht als Hälfte. Sondern als Ganzes.
Du bist nicht hier, um dich klein zu wünschen.
Du bist hier, um dich zu erinnern, wer du bist.



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